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Gesundheitsvorsorge – Arbeitsbefähigungsindex

Möchte ich noch intensiver in die psychosoziale Belastungssituation am Arbeitsplatz einsteigen, bietet sich hierzu der Arbeitsbefähigungsindex an. Ich kann den Kurzfragebogen online verwenden und direkt das zahlenmäßige Ergebnis für mein weiteres Gespräch mit dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin nutzen.
- ABI
- Hohe Arbeitsfähigkeit 43 – 49
- Mittlere Arbeitsfähigkeit 28 – 42
- Niedere Arbeitsfähigkeit 7 – 27 Punkte

Wenn der ABI schon vorher einmal erfasst wurde, kann direkt der Vergleich zu früher aufgezeigt werden und man kann darüber diskutieren, was am Lebensstil geändert wurde und wodurch wohl eine Änderung des ABI-Punktwertes aufgetreten ist.

Was ich auch sehr gut finde, ist die Gesundheitsberatung im Rahmen der Risikostratefizierung: „www.arriba-hausarzt.de“. Hierbei steht das kardiovaskuläre Gesamtrisiko im Vordergrund, das aus den einzelnen Risikofaktoren zusammenfassend berechnet wird. „Arriba“ berücksichtigt Alter, Geschlecht, Blutdruck, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, Raucherstatus, familiäre Disposition sowie Diabetes mellitus und errechnet auf der Basis der Framingham-Studie das 10-Jahres-Risiko für die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Durch die plastische Darstellung von natürlichen Häufigkeiten macht „Arriba“ es den ungeschulten Patienten und Patientinnen leicht, ihre individuelle Situation nachzuvollziehen. Man kann dann genauso plastisch vorführen, wie das Risiko sinkt, wenn z.B. das Rauchen aufgegeben wird.

Professor Badura schrieb einmal, dass Männer zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr für betriebliche Gesundheitsförderung erst erreichbar sind, wenn sie ihre Endlichkeit bemerken. Ich finde diesen Satz immer öfter bestätigt. Nehmen wir beispielsweise den männlichen Beschäftigten, der beruflich weit über seine Verhältnisse lebt und dann auch noch vorhat, den nächsten Marathon mitzulaufen. Der vorherige Gang zum Hausarzt inklusive Fitnessuntersuchung ist da nicht unbedingt selbstverständlich. So wird es durchaus positiv angenommen, wenn das Belastungs-EKG in der betriebsärztlichen Sprechstunde erfolgt. Auf diese Weise kann man Beschäftigte, die gefährdet sind, entweder aufgrund eines unbehandelten Hypertonus oder den ersten Anzeichen der koronaren Herzerkrankung viel besser motivieren, den Hausarzt aufzusuchen, um sich therapieren zu lassen. Das ist wirksamer als der einfache Hinweis: „Bevor Sie ein Marathon-Training beginnen, sollten Sie sich aber durchchecken lassen.“ Bei Freizeitsportlern sollte ein Belastungs-EKG zumindest bei Männern ab einem Alter von 40 Jahren (bei Frauen > 55 J.) und einem kardialen Risikoprofil von einem ausgeprägten oder zwei kardialen Risikofaktoren (nicht Alter oder Geschlecht) durchgeführt werden. Vielleicht helfen dabei folgende Werte:
Sollleistung – Fahrradergometrie
– Frauen 2,5 Watt/kg Körpergewicht (Max.leistung)
– Männer 3 Watt/kg Körpergewicht (Max.leistung)
minus 10 % für jede Lebensdekade
- PWC 150 (Leistung bei Herzfrequenz 150)
– Frauen 1,5 – 2,0 W/kg Körpergewicht
– Männer 2,0 – 2,5 W/kg Körpergewicht
(ausreichende Leistungsfähigkeit im Ausdauerbereich nach ROST)
– Belasten bis 200 mm HG syst. bei einer HF von 200 – LA
– Blutdruck nach 5 Erholungsminuten sollte <= 165/90 mm Hg sein
– Abbruch der Belastung bei > 230 syst. und 120 mm Hg diastolischem Wert
– Max. HF 210 – Alter bei Männern
– Max. HF 220 – Alter bei Frauen

Auch hierbei hilft, dem/der Beschäftigten eine konkrete Einschätzung seiner eigenen Leistungsfähigkeit an die Hand zu geben, wie es z.B. in der ASU 43, 7, 2008 auf Seite 362 aufgeführt wurde. Dort steht die beispielhafte Darstellung eines Kommentars für einen 52jährigen Feuerwehrmann am Beispiel des Testergebnisses bei der Fahrradergometrie zur Ermittlung der Ausdauer. Hier findet sich auch der optimale Trainingspuls beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen oder die entsprechenden Faustformeln zur Orientierung:
- Laufen = 200 – Lebensalter
- Radfahren= 180 – Lebensalter
- Schwimmen = 170 – Lebensalter

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